Hundeausstellungen |
von bez für |
Ausstellungsarten
CAC sind nationale Zuchtschauen der Vereine, in Deutschland die Clubs BCD und CFH. Sie können auch von einer regionalen Gruppe des Vereins ausgerichtet sein, z.B. einer CFH-Landesgruppe.
CACIB sind internationale Zuchtschauen, die durch einen Zuchtverein ausgerichtet sein können oder durch den Dachverband VDH. Auch beispielsweise Welthundeausstellungen werden durch einen Landesverband, in Deutschland der VDH, ausgerichtet.
Zu jeder Ausstellung gehört vor allem eines: Warten. Hier warten wir auf Liliths erster Ausstellung in Berlin, im Frühjahr 2004 in der Jüngstenklasse.
Man wartet den ganzen Tag für einen Einsatz von 15 Minuten Dauer. Man sieht zu, daß der Hund sauber bleibt und bei guter Laune, sodaß er später nicht lustlos im Ring herumhängt.
Man hat genügend Zeit, sich mit dem Reglement zu befassen. Also...
Reihenfolge des Richtens
Bei Internationalen und Nationalen Zuchtschauen wird das Richten der Hunde in dieser Reihenfolge durchgeführt:
- Veteranenklasse (ab 8 Jahre)
- Ehrenklasse
- Jüngstenklasse (6-9 Monate)
- Jugendklasse (9-18 Monate)
- Zwischenklasse (15-24 Monate)
- Championklasse (ab 15 Monate)
- Gebrauchshundklasse (ab 15 Monate)
- Offene Klasse (ab 15 Monate)
Außerdem gilt:
- Erst kommen die Rüden, dann die Hündinnen.
- Erst kommt noir, dann fauve.
Die Zwischenklasse wurde eingeführt, weil der Sprung von der Jugendklasse zur Offenen Klasse sehr groß ist. In der Zwischenklasse haben die in diesem Alter noch nicht fertigen Briards die Möglichkeit zu einem altersgerechten Wettbewerb.
Fazit: Mit einer fauven Hündin älter als 2 Jahre wartet man meist ziemlich lange auf seinen Einsatz. Man hat genügend Zeit, den Katalog zu lesen und mit Randglossen zu versehen (die wir in diesem Beispiel natürlich ausgeblendet haben).
Damit nicht so viele Leute verschwinden, nachdem sie ihre Bewertung erfahren haben, geht man bei vielen Veranstaltungen dazu über, die Plazierungen erst vorzunehmen, nachdem alle Wettkämpfe und Bewertungen abgeschlossen sind. Dann heißt es noch einmal voller Frische und Schönheit in den Ring gehen.
Zwischen den Hauptwettbewerben finden ab und zu Stechen statt, auf denen Titel und Championanwartschaften vergeben werden. Die tatsächliche Tagesordnung kann von diesen Regeln aber durchaus abweichen.
Wir warten noch immer, also sprechen wir über:
Titel und Anwartschaften
Es gibt folgende Anwartschaften und Siegertitel:
- CAC (Clubchampion-Anwartschaft)
- CAC-Reserve
- VDH-Championanwartschaft
- VDH-Championanwartschaft-Reserve
- CACIB/Landesgruppen-Sieger
- CACIB-Reserve
- Jugendsieger
- Clubsieger
- Clubjugendsieger
- Bundes-/Europasieger
- Bundes-/Europajugendsieger
- Weltsieger
- Weltjugendsieger
- BOB (Rassebester, Best of Breed)
- BIS (Ausstellungsbester, Best in Show) auf CACIB-Schauen
- BIS auf Landesgruppen- und Clubschauen
- FCI Gruppensieger bei CACIB-Schauen
- Tagessieger auf CACIB-Schauen
Wettbewerbe
Auf Internationalen Zuchtschauen (CACIB) ist die Durchführung folgender Wettbewerbe vorgeschrieben:
a) Bester Hund der Rasse (BOB)
b) Gruppenwettbewerb (BIG)
c) Wettbewerb "Bester Hund der Zuchtschau (BIS)"
d) Zuchtgruppen-Wettbewerb
e) Nachzuchtgruppen-Wettbewerb
f) Paarklassen-Wettbewerb
g) Veteranen-Wettbewerb
h) Vorführwettbewerb für Jugendliche (nach den gültigen Bestimmungen des VDH)
Für Nationale Zuchtschauen (CAC) ist a vorgeschrieben, b bis h werden empfohlen.
Da ist es für uns aber doch losgegangen!
Zwar wird auch im Ring viel gewartet, es beginnt aber mit Laufen, alle in der Reihenfolge ihrer Startnummern hintereinander im Kreis, linksherum, der Hund also selbstverständlich auf der Innenseite.
Der Richter soll das "Gangwerk" zu sehen bekommen, auf das sich die Briardbesitzer in der Regel viel einbilden. Der Hund darf also nicht galoppieren, sondern soll schön gleichmäßig und raumgreifend traben.
Das Traben kann man gut mit dem Fahrrad üben, wenn der Hund sein erstes Jahr vollendet hat, früher natürlich nicht. Man sollte sofort anhalten und neu ansetzen, sobald der Hund neben dem Rad zu galoppieren beginnt.
Wenn man an Straßen entlang fährt, lohnt es sich, dem Hund das Rechtslaufen neben dem Rad beizubringen, im Gegensatz zum Führen links, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Außerdem sollte das Laufen am Rad ohne Leine funktionieren.
So geht es mehrere Runden.
Der Hund soll natürlich nicht die Leine straff ziehen, wie hier zu sehen, sondern "freudig" neben Ihnen laufen. Wenn der Hund schneller will und dabei schön trabt, müssen Sie vielleicht auch schneller werden, sofern der Vordermann nicht zu langsam ist.
Der Hund darf Sie ab und zu begeistert ansehen. Sie dürfen auch begeistert schauen, wenn Sie das nach der sechsten Runde noch können.
Danach nimmt der Richter alle einzeln ins Gebet, wieder in der Reihenfolge der Startnummern. Der Rest wartet im Ring mehr oder weniger gelöst. Hier laufen und warten wir bei der CFH Landesgruppenschau Berlin-Brandenburg, 2004 in Niemegk.
Das Ritual der Einzeluntersuchung ist auch jedesmal das selbe. Erst einmal gehört anständig stehen dazu.
Hier sind wir bei der CFH Landesgruppenschau Nord, 2004 in Wietzen.
Es ist wichtig, daß der Hund im Ring sicher wirkt und sich von Fremden anfassen läßt. Toleriert wird in der Regel, wenn der Vorführer die Zähne des Hundes zeigt; alle anderen Körperregionen (Rücken, Rute, Auge und vor allem auch die Pfoten) muß der Richter selbst kontrollieren können. Dies sollte man ruhig einmal mit Fremden vor der Ausstellung üben.
Dann wird wieder gelaufen, aber diesmal ohne die anderen. Einmal hin und zurück.
Im Dreieck.
Und im Kreis, und zwar viele Male herum, wenn der Richter es so will.
Formwertnoten
Der Lohn der Mühe ist eine Formwertnote und eine Plazierung.
Bei allen Zuchtschauen können folgende Formwertnoten vergeben werden:
- Vorzüglich (V)
- Sehr Gut (SG)
- Gut (G)
- Genügend (Ggd)
- Disqualifiziert (Disq)
Das Ergebnis "V3" bedeutet "Vorzüglich" und "dritter Platz". Beim Briard ist eine Inflation von "V" üblich geworden, "SG" gilt vielen als enttäuschendes Ergebnis, außer es war ein "SG1".
In der Jüngstenklasse gibt es aber nur folgende Noten:
- vielversprechend (vv)
- versprechend (vsp)
- wenig versprechend (wv)
Wer sich mit seinem Welpen zu einer Ausstellung traut und vorher ein wenig geübt hat, darf durchaus auf ein "vv" hoffen.
Eine ausführliche Bewertung bekommt man zum Schluß, unter Umständen auch einen mehr oder weniger geschmackvollen Pokal.
Genauer: Solch einen übersichtlichen Richterbogen mit Kreuzchen gab es bis 2005. Seitdem gibt es leider keinen Bogen in dieser Art mehr, sondern eine verbale Bewertung, die den Vergleich von Ergebnissen deutlich erschwert.
Alles wegen dieses kleinen Hundes.